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| Moorhuhn 2 - Die Jagd geht weiter |
Am 20.08.2000 wurde die kostenlos erhältliche Version von Moorhuhn 2 zum Download freigegeben, und seit dem herrscht euphorisches Jagdfieber in deutschen Landen. Eine beispiellose Downloadaktion belegt, dass sich auch der zweite Moorhuhn-Teil der Bochumer Phenomedia AG ungebrochener Beliebtheit erfreut. Nach nur einem Tag war das Spiel bereits eine Millionen Mal heruntergeladen worden, nach zwei Tagen 2,5 Millionen Mal, am dritten Tag schnellte die Zahl auf 4,5 Millionen und mittlerweile ruhen weit mehr als 5 Millionen Kopien auf deutschen Festplatten. Kurzum: es herrscht Ausnahmezustand, nicht nur für die vom Abschuss bedrohten Moorhühner, sondern auch für vom Arbeitsausfall bedrohte Arbeitgeber. |
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| Auf der Habenseite: |
Eine Überraschung beim Spiel gab es dabei gleich zu Anfang: Die enorm gestiegenen Hardwareanforderungen. Während die Download-Datei schon
4,5 MB benötigt, macht sich das entpackte Spiel mit 16 MB auf der Festplatte breit. Ausserdem werden neuerdings 32 MB RAM und DirectX 7 vorausgesetzt. Das wäre an sich nicht weiter schlimm, aber beim Betrachten des Spiels fragt man sich schon, was diese erhöhten Anforderungen rechtfertigt. Natürlich wurden viele Neuerungen eingebaut. So lässt sich viel mehr abschießen als vorher; überall lauern versteckte Boni, ob in Form von Boot, Spinne, Kirchturm oder Vogelscheuche, oder aber anhand von mehreren Abschüssen hintereinander. Somit sind höhere Punktwertungen als im Vorgänger machbar, eine Highscoreliste hält die Ruhmestaten fest. Auch die schottische Landschaft wirkt ein wenig detailvoller und die Hühner selbst wurden nett animiert und gerendert. |
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| Suchtpotenzial: |
Dennoch gibt es nach wie vor nur einen Level, am Spielprinzip hat sich kein bisschen geändert (auch wenn das natürlich Sinn der Sache ist), und die Grafik hat sich auch nicht derart verbessert, dass man jetzt DirectX voraussetzen müsste. All das hat dem Erfolg des Spiels aber nicht geschadet, die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. Bei aller Kritik lässt sich freilich nicht leugnen, dass Moorhuhn 2
kurzfristig schon an den Monitor fesseln kann, zumal das Spielvergnügen kostenlos ist. Die Hatz nach einer immer höheren Punktewertung entwickelt für ein paar Tage ein gehöriges Suchtpotential, aber nach der x-ten Partie hat man alles gesehen und das Interesse verflacht zusehends.
Für die meisten Arbeitgeber mag das aber nur ein schwacher Trost sein, hält das nette Spielchen wieder mal die Angestellten davon ab, ihre eigentlichen Aufgaben zu erledigen. Zeitungsberichten zufolge sollen sich die durch Download und Arbeitsausfall entstandenen Kosten für die Wirtschaft auf ca. 135 Millionen Mark belaufen. |
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| Der Hype: |
Zumindest für den Arbeitnehmer will Moorhuhn 2 ein entspannteres Spielen aufgrund der jetzt verfügbaren "Boss-Taste" bieten. Durch Drücken der "B"-Taste wird das Spiel sofort angehalten und ein WordPad-ähnlicher Bildschirm erscheint. Allerdings verrät die schlechte Bildqualität sowie die Aufschrift "BOSS" den schuldigen Angestellten sofort. Da hilft dann doch nur gewohntes Ausschau halten nach dem Vorgesetzten...
Auf die Dauer könnte sich der ganze Hype aber totlaufen. Überall wohin man sieht erblickt man nur noch Moorhühner, ob auf der Kirmes, auf Zeitschriftencovern oder sogar auf grottigen Wigald-Boning-CDs. Ähnlich der guten Miss Croft könnten die Moorhühner bald Opfer ihres eigenen Erfolgs werden. Allerdings hat es Lara auch nicht wie die "Moorhuhnjagd" bis in den kürzlich erschienen Duden gebracht. Bislang läuft die Moorhuh-Maschinerie wie geschmiert und beschert Phenomedia Traumgewinne durch gesteigerte Börsenkurse. Schau'n wir mal, wie das beim wohl unvermeidlichen Moorhuhn 3 aussehen wird. |
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